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Initiativkreis Ruhr fördert junge Menschen auf dem Weg in Ausbildung und Studium

Die RuhrTalente Marco Tartaglia (l.), Fiona Rabeneck (2.v.l.), Nina Mizgalski (3.v.l.) und Lucas Wagner (r.) trafen Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreises Ruhr, im NRW-Zentrum für Talentförderung in Gelsenkirchen. (Foto: Initiativkreis Ruhr)

  • RuhrTalente soll im ersten Schritt zum größten Schülerstipendienprogramm im Ruhrgebiet werden
  • Wirtschaftsbündnis finanziert 30 zusätzliche Stipendien
  • Talentförderung für Jugendliche ab der 8. Klasse

Lucas Wagner (17) aus Wattenscheid möchte Chemie-Laborant werden. Nina Mizgalski (15) aus Essen würde am liebsten Medizin studieren. Und Marco Tartaglia (16) aus Gelsenkirchen wünscht sich, einmal als Psychologe zu arbeiten. Diese drei jungen Menschen stehen stellvertretend für die nächsten 30 besonders engagierten Schülerinnen und Schüler aus dem Ruhrgebiet, die das Stipendienprogramm RuhrTalente ihrem Traumberuf ein gutes Stück näher bringt. Finanziert werden diese neuen Stipendien vom Initiativkreis Ruhr.

Für den weiteren Ausbau des bundesweit einzigartigen Stipendiums stellt der Initiativkreis Ruhr zusätzlich 50.000 Euro zur Verfügung. Das regionale Wirtschaftsbündnis unterstützt zudem die Stipendiaten mit Angeboten aus seiner Bildungsinitiative, der TalentMetropole Ruhr. „Mit dem Start des neuen Förderjahrgangs im Juni wächst das noch junge RuhrTalente-Programm auf einen Schlag von bisher 50 auf dann insgesamt 80 Schüler-Stipendiaten. Damit stehen wir bereits im ersten Jahr kurz vor unserem Zwischenziel, RuhrTalente mit 100 Stipendiaten zum größten Schülerstipendienwerk im Ruhrgebiet zu machen“, freut sich Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, Präsident der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen. RuhrTalente ist am NRW-Zentrum für Talentförderung in Gelsenkirchen angesiedelt und arbeitet intensiv mit den Talentscouts der Ruhrgebietshochschulen zusammen. Eine Jury mit Vertretern aus Schulen, Hochschulen, Wirtschaft und Bildungsinitiativen hat die talentierten Jugendlichen aus weniger privilegierten Familien ausgewählt.

RAG-Stiftung ist Hauptförderer des Stipendien-Programms
RuhrTalente fördert Jugendliche aller Schulformen, deren Leistungen im sozialen Kontext überdurchschnittlich sind, von der 8. Klasse bis zum erfolgreichen Übergang in eine Berufsausbildung oder ein Studium. Das Programm umfasst Workshops zur Berufs- und Studienwahl, persönliche Beratung und individuelle Unterstützungsleistungen von der Busfahrkarte über Laptops bis zur Reise in Europas beste Sprachschulen.

Hauptförderer des Programms, das bis zum Jahr 2020 auf 250 Stipendien wachsen soll, ist die RAG-Stiftung mit Sitz in Essen. Hierfür stellt sie bis Ende 2020 fast 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. „Dieses Geld ist gut angelegt“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstands der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreises Ruhr. „Wir öffnen jungen Menschen mit Hilfe der Stipendien Türen, die ihnen sonst verschlossen bleiben würden. Davon profitiert nicht nur der Fachkräfte-Nachwuchs, sondern die gesamte Region. RuhrTalente steht für weitere Unterstützer aus Gesellschaft und Wirtschaft offen. Ein Stipendium kann jeder übernehmen – ob Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen. Der Förderbeitrag kommt direkt dem Programm zugute und beträgt 1.500 Euro pro Jahr und Stipendiat.“

Initiativkreis-Unternehmen bieten Bewerbungstrainings an
„Der Initiativkreis Ruhr unterstützt das Stipendienprogramm, weil es Leistungsträger von morgen fördert, die in der Region dringend gebraucht werden. Die enge Vernetzung mit der Wirtschaft macht RuhrTalente besonders. Initiativkreis-Unternehmen bieten zum Beispiel Bewerbungstrainings an oder öffnen ihre Ausbildungszentren“, sagt Dirk Opalka, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH. „Die Stipendien führen nicht nur an ein Studium, sondern ebenfalls an eine qualifizierte Berufsausbildung heran. Das ist wichtig für das Ruhrgebiet und seine Unternehmen – und mit dieser Zielrichtung einmalig in Deutschland.“

Das Stipendienprogramm zeichnet sich durch ein einfaches Bewerbungsverfahren aus: Empfehlungen für Kandidaten können – außer Eltern und andere Angehörige – alle abgeben, die förderungswürdige Kinder und Jugendliche kennen: Lehrer, Sozialpädagogen, Ausbilder, Trainer oder Ehrenamtliche. Auch Eigenbewerbungen sind mit einem Formular möglich, das sich im Internet unter www.ruhrtalente.de herunterladen lässt. Die Stipendien werden drei- bis viermal pro Jahr vergeben.

Die RuhrTalente sind begeistert über die neue Chance zur Talentförderung. Zu ihnen zählt auch Fiona Rabeneck (15), die seit 2016 an dem Programm teilnimmt. „Es ist toll, so unterstützt zu werden. Die neuen Stipendiaten dürfen sich über eine individuelle Förderung freuen“, sagt die Schülerin der Evangelischen Gesamtschule in Gelsenkirchen. „Ich werde als RuhrTalent demnächst eine Sprachreise nach England machen. Darauf freue ich mich.“

Das sagen die neuen RuhrTalente:

Lucas Wagner (17), 11. Klasse, Märkische Schule Wattenscheid
„Der Talentscout an meinem Gymnasium hat mir von dem Schüler-Stipendienprogramm RuhrTalente erzählt. Nun gehöre ich dazu. Ich bin dankbar für diese tolle Chance und freue mich auf das Programm. Ich möchte gerne verschiedene Ausbildungsberufe kennenlernen und meine Englischkenntnisse verbessern.“

Nina Mizgalski (15), 9. Klasse, Gesamtschule Essen Nord
„Meine Klassenlehrerin hat mich für das Stipendium vorgeschlagen. Mein Wunsch ist es, anderen Menschen zu helfen. Deshalb möchte ich Medizin studieren. Ich freue mich darauf, andere RuhrTalente kennenzulernen und mich mit ihnen auszutauschen.“

Marco Tartaglia (16), 10. Klasse, Hauptschule an der Grillostraße in Gelsenkirchen
„Einige Projekte der TalentMetropole Ruhr kenne ich schon: 2016 war ich Teilnehmer beim TalentCamp Ruhr und habe viel gelernt. Außerdem habe ich bei dem Get Ready/buddY-Programm einen Schüler-Kiosk an meiner Hauptschule mitaufgebaut. Jetzt bin ich RuhrTalent – und möchte meine Stärken weiter ausbauen. Ich habe gelernt, nie aufzugeben."

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