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Initiativkreis Ruhr fordert weitere Schritte im Kampf gegen überlastete Verkehrsnetze

Vollversammlung des Initiativkreises Ruhr: Die Persönlichen Mitglieder tagten im Siemens-Werk in Krefeld-Uerdingen. (Foto: Initiativkreis Ruhr)

  • Moderator Bernd Tönjes: Zukunftsfähiger Nahverkehr muss sich an den Bedürfnissen der Fahrgäste orientieren
  • Frühjahrsvollversammlung tagte im RRX-Werk von Siemens in Krefeld-Uerdingen
  • Wirtschaftsbündnis treibt die Entwicklung der Leitthemen Bildung und Gründungen voran

Der Initiativkreis Ruhr hat die angekündigten Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur im Ruhrgebiet durch Bund und Land gewürdigt, zugleich aber weitere Schritte im Kampf gegen Staus und überlastete Verkehrsnetze angemahnt: „Es ist ein Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen aller Akteure, dass der Bundesverkehrswegeplan 2030 rund 13,8 Milliarden Euro für die Verkehrsinfrastruktur nach NRW lenkt. Der Radschnellweg Ruhr und der Rhein-Ruhr-Express sind dabei herausragende Projekte“, sagte Initiativkreis-Moderator Bernd Tönjes bei der Vollversammlung des Wirtschaftsbündnisses am heutigen Samstag, 25. März, im Werk des Partnerunternehmens Siemens in Krefeld. „Im öffentlichen Personennahverkehr besteht aber weiterhin struktureller Veränderungsbedarf.“

Tönjes und Co-Moderator Dr. Thomas A. Lange zogen bei der Frühjahrsvollversammlung eine Zwischenbilanz ihrer Arbeit. „Wir treiben die Weiterentwicklung und den Ausbau der Initiativkreis-Leitthemen voran. So haben wir die Bildungsaktivitäten mit der Gründung der Stiftung TalentMetropole Ruhr gGmbH auf die nächste Entwicklungsstufe gehoben. Die neue gemeinnützige Gesellschaft macht es möglich, zusätzliche Drittmittel für die Unterstützung von jungen Menschen mit besonderem Förderungsbedarf zu generieren“, sagte Tönjes, der zugleich Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft ist.

Mit Gründerfonds Ruhr innovative Startups fördern
Lange, Vorsitzender des Vorstandes der NATIONAL-BANK AG, verwies auf den Gründerfonds Ruhr, den der Initiativkreis gemeinsam mit der NRW.BANK auflegt: „Ziel ist es, Risikokapital in Höhe von mindestens 30 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, mit denen wir innovative Startups im Ruhrgebiet fördern. Der Fonds stößt bei den Investoren auf sehr großes Interesse. Daher können wir heute davon ausgehen, dass der Fonds zum Start die Zielmarke von 30 Millionen Euro noch übertreffen wird."

Mit Blick auf die Infrastruktur in der Region sagte Tönjes: „Vor allem im Bereich der Pendlerverkehre müssen die zersplitterten Angebote der kommunalen Verkehrsbetriebe und der regionalen Bahnangebote zu intelligent vernetzten Verkehrssystemen entwickelt werden. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr vereint nicht weniger als 20 kommunale Verkehrsunternehmen. Ein zukunftsfähiger Nahverkehr darf aber nicht an den Stadtgrenzen Halt machen, sondern muss sich an den Bedürfnissen der Fahrgäste orientieren.“

Tönjes verwies in der Vollversammlung auf die aktuelle Bestandsaufnahme zum Handlungspapier „Starke Industrie braucht modernes Umfeld“, das der Initiativkreis Ruhr vorgelegt hat. Darin erneuert der Initiativkreis seine Forderungen nach Investitionen in Mobilität, in die Revitalisierung von Industrieflächen sowie in moderne Stadtquartiere.

Siemens-Vorstand Roland Busch: RRX ist Leuchtturmprojekt
Der Initiativkreis tagte im Siemens-Werk Krefeld-Uerdingen, wo das Unternehmen die Elektrotriebzüge des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) bauen wird. „Das Ruhrgebiet ist mit mehr als fünf Millionen Einwohnern der größte Ballungsraum Deutschlands und eines der am dichtest besiedelten Gebiete Europas“, sagte Dr. Roland Busch, Technologie-Vorstand der Siemens AG. „Der Druck auf die vorhandene Infrastruktur ist immens.“ Es gebe einen großen Bedarf, in effiziente und nachhaltige Infrastrukturlösungen zu investieren. Das sichere die Wettbewerbsfähigkeit und steigere die Lebensqualität.

„Unsere Aufgabe ist es, die Entwicklung des Ruhrgebiets mitzugestalten“, sagte Busch. „Ein Leuchtturmprojekt, auf das wir stolz sind, ist unser Anteil am Rhein-Ruhr-Express.“ Siemens werde die Instandhaltung der Züge für die nächsten 32 Jahre sicherstellen und könne so garantieren, dass jeden Tag die Fahrzeuge in der erforderlichen Zahl und Qualität bereitstehen. In vergleichbaren Projekten liege diese Verfügbarkeit bei mehr als 99 Prozent. „Damit tragen wir in der Metropolregion zu einem verbesserten Mobilitätsangebot bei“, so Busch weiter. „Wesentlich ist auch, dass wir lokal Arbeitsplätze sichern. In Nordrhein-Westfalen arbeiten bei Siemens etwa 20.000 Menschen, darunter rund 1.600 Auszubildende. Somit stärkt Siemens Kompetenz und Beschäftigung in der Region.“

Die ersten Züge des RRX sollen von 2018 an rollen. Auf der Kernstrecke zwischen Dortmund und Köln soll im Berufsverkehr nach und nach der Viertelstundentakt erreicht werden. Siemens wird dafür 82 Elektrotriebzüge liefern und über die nächsten drei Jahrzehnte warten. Der Auftrag im Gesamtvolumen von mehr als 1,7 Milliarden Euro ist für das Unternehmen der bisher größte aus dem Bereich des regionalen Schienenverkehrs in Deutschland.

Ein Foto in druckfähiger Auflösung finden Sie hier.

Das Handlungspapier „Starke Industrie braucht modernes Umfeld“ sowie die aktuelle Bestandsaufnahme dazu stehen hier zum Download bereit.