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CEO-Dialog holte die Brexit-Debatte in den Hörsaal

CEO-Dialog an der Ruhr-Universität Bochum (v.l.): Prof. Stephan Paul, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung und Kreditwirtschaft an der RUB, Dr. Christoph Schmidt, Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank, Wolfgang Langhoff, Vorsitzender des Vorstands der BP Europa SE, und Dirk Opalka, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH. (Foto: Initiativkreis Ruhr)

Welche Konsequenzen hat der Brexit für Deutschland und seine Unternehmen? Kann sich Europa in einer globalisierten Welt behaupten?

Diese Fragen standen im Fokus des 4. CEO-Dialogs der Universitätsallianz Ruhr und des Initiativkreises Ruhr, der erneut in Bochum stattfand. In einem vollbesetzten Hörsaal der Ruhr-Universität Bochum (RUB) diskutierten hochkarätige Gäste aus der Wirtschaft mit Studierenden über dieses aktuelle Thema. Denn klar ist: „Die Herausforderungen in der EU sind seit ihrer Gründung nie größer gewesen als heute“, sagte Wolfgang Langhoff, Vorsitzender des Vorstands der BP Europa SE.

Europa aus der Perspektive eines globalen Unternehmens
Langhoff gab den Studierenden einen Überblick über die Spannungsfelder sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU und warb für den Erhalt der Gemeinschaft: „Das Wirtschafts- und Sozialstaatmodell der EU ist weltweit einzigartig. Und diese Stärke erreicht man nur über die Gemeinsamkeit. Was wäre die Alternative zur EU?“ Werner Hoyer, Präsident der Europäischen Investitionsbank und Prof. Dr. Christoph Schmidt, Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung und Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftspolitik an der RUB, waren sich einig: „Wir wollen und müssen Europa als Friedens- und Wohlstandsgarant erhalten.“

Hoyer zeigte sich besorgt: „Wir lassen ein Projekt untergehen, das über 70 Jahre Frieden gewährt hat.“ Er forderte: „Wir müssen unsere Interessen und unsere Sicherheit selbst in die Hand nehmen, denn die multilateralen Strukturen werden in Frage gestellt.“ Der Brexit und die Unsicherheit der transatlantischen Beziehungen durch Trumps Präsidentschaft seien nur einige der Herausforderungen, denen gemeinsam begegnen werden müsse.


Appell an die Studierenden
Prof. Stephan Paul, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung und Kreditwirtschaft an der RUB und Vorstand des Instituts für Kredit- und Finanzwirtschaft, moderierte die anschließende Diskussion und stellte die Kernfrage: Was muss Europa für seine Selbstbehauptung tun? Hoyer forderte mehr Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation, um im Wettbewerb mit anderen Nationen stärker zu werden und um die Innovationsfähigkeit zu erhöhen. Dazu brauche Europa eine verbesserte Infrastruktur und mehr Engagement für Multilateralismus.

Die Ratschläge an die Studierenden für ihre berufliche Zukunft gingen einstimmig in dieselbe Richtung: „Bewahren Sie sich Ihren kritischen Geist! Die Universitäten vermitteln Ihnen das Handwerkszeug dazu, nutzen Sie es!“, brachte es Prof. Schmidt auf den Punkt. Beim anschließenden Imbiss im Audimax nutzten die Studierenden die Gelegenheit, mit den Experten ins Gespräch zu kommen.

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