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„Die Ruhr-Konferenz muss ein nachhaltiger Erfolg werden“

Initiativkreis Ruhr im Interview: Dr. Johannes Teyssen, Vorsitzender des Vorstands der E.ON SE, über die Notwendigkeit von modernem und bezahlbarem Wohnraum, einer klimafreundlichen Verkehrs- und einer leistungsfähigen Digitalinfrastruktur im Ruhrgebiet.

Dr. Johannes Teyssen, Vorsitzender des Vorstands der E.ON SE. (Foto: E.ON)

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will mit einer Ruhr-Konferenz dem Ruhrgebiet neue Impulse geben. Foren zu Themen wie Energiewende und Klimaschutz, Wissenschaft und Innovationen, Zukunft der Arbeit oder neue Mobilität sollen Potenziale der Region identifizieren und Projekte vorantreiben. Moderiert werden die Themenforen jeweils von einem Tandem aus einem Kabinettsmitglied und einer Persönlichkeit aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft. In elf von 20 Themenforen sind Vertreter von Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises Ruhr eingebunden. Hier kommen sie dazu in loser Folge zu Wort. Diesmal im Gespräch: Dr. Johannes Teyssen, Vorsitzender des Vorstands der E.ON SE, der gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, das Themenforum „Urbane Energielösungen für die Metropolregion“ moderiert.

Wo hat das Revier aus Ihrer Sicht Nachholbedarf, was muss möglichst schnell passieren?
Das Ruhrgebiet hat in den letzten Dekaden bereits viele gute Fortschritte gemacht. Es ist weit besser als das öffentliche Image. Und doch ist die Region sichtbar „in die Jahre“ gekommen. Gebäude und Infrastrukturplanung aus den 50er bis 80er Jahren prägen vielerorts noch unsere Metropolregion. Sie erfüllen oft nicht ausreichend die Anforderungen der Menschen an ein modernes und zukunftsorientiertes Leben. Wir brauchen mehr modernen und energetisch effizienten, aber zugleich bezahlbaren Wohnraum. Und wie jeder staugeplagte Pendler weiß: Wir brauchen dringend eine städteübergreifende klimafreundliche Verkehrsinfrastruktur. Die Region braucht zudem eine leistungsfähige Digitalinfrastruktur – Stichwort Breitband –, mit der auch das stadtnahe Umfeld gestärkt wird, um modernes Arbeiten zu fördern und Landflucht zu begegnen. Mit diesen Bereichen wird sich die Ruhr-Konferenz sicher auseinandersetzen. Auch E.ON wird sich mit Innogy in Zukunft stärker engagieren.

Was kann, was soll die Landesregierung tun, was kann die Ruhr-Konferenz bewirken?
Die Landesregierung hat die Ruhr-Konferenz mit 20 Themenforen auf den Weg gebracht. Daraus muss nun zusammen mit den Themenpaten ein nachhaltiger Erfolg werden. Vom Themenfeld „Urbane Energielösungen für die Metropolregion“ können beispielweise die richtigen Impulse ausgehen, damit das Ruhrgebiet bis Mitte des Jahrhunderts eine klimafreundliche Vorzeigeregion wird – Bottrop ist doch als InnovationCity ein schönes Beispiel. Die Ansätze sind bekannt: Es geht um Modernisierung von Quartieren, energetische Sanierung, Speicher für erneuerbaren Strom, intelligente Anlagen, die aus Abwärme zum Beispiel Kälte für Kühlhäuser gewinnen, Elektromobilität und Digitalisierung.

Haben Sie eine Vorstellung davon, wann erste Vorschläge präsentiert werden können?
Das erste kleinere Diskussionsforum zur Ideenfindung findet für das von Minister Pinkwart und mir koordinierte Themenforum „Urbane Energielösungen“ im März statt. Eine breiter angelegte Veranstaltung, in der bereits die Umsetzungsplanung der Ideen im Mittelpunkt stehen soll, ist für Juli geplant.

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