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Global Young Faculty: Junge Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft ziehen positive Bilanz

In der Global Young Faculty (GYF) arbeiten herausragende, engagierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler des Ruhrgebiets gemeinsam mit jungen Vertretern aus der Wirtschaft an interdisziplinären Themen. Die fünfte Ausgabe der GYF fand nun ihren feierlichen Abschluss. Mit dabei: Nachwuchsführungskräfte aus dem Jungen Initiativkreis Ruhr.

Nach eineinhalb Jahren in verschiedenen Arbeitsgruppen zogen die GYF-Mitglieder am 15. März 2019 im Welterbe Zollverein vor geladenen Gästen Bilanz ihrer Arbeit. So hatte eine aktuelle Studie des Duisburger Sozialwissenschaftlichen Umfragezentrums, die von der Arbeitsgruppe „Metropole in Bewegung“ der GYF in Auftrag gegeben wurde, kürzlich für große öffentliche Aufmerksamkeit gesorgt.

Demnach sorgen sich zwar 86 Prozent der Menschen im Ruhrgebiet um schlechte Luftqualität in den Städten, 70 Prozent der Pendler fahren aber trotzdem weiter mit dem Auto. Der Ticketpreis ist dabei laut Umfrage nicht der entscheidende Faktor, warum sich Pendler für die Fahrt mit dem Auto entscheiden. 78 Prozent der befragten Personen gaben an, dass sie aus Bequemlichkeit nicht auf ihr Auto verzichten wollen. Wenn es keine passenden Verbindungen gibt und sie mehr als einmal umsteigen müssen, ist das für viele bereits ein Grund, den öffentlichen Nahverkehr nicht zu nutzen. Für 60 Prozent der Befragten dauern darüber hinaus Fahrten mit Bus und Bahn häufig zu lange. Dagegen ist ein zu hoher Ticketpreis nur für 42 Prozent der Studienteilnehmer ein Grund nicht zu wechseln.

Neben den Entwicklungsmöglichkeiten für den öffentlichen Nahverkehr beschäftigten sich weitere Arbeitsgruppen mit den Fragen, wie es sich anfühlt, aufgrund eines äußeren Merkmals, einer körperlichen oder geistigen Eigenschaft benachteiligt oder bevorzugt zu werden, wie Potenziale im Ruhrgebiet aktiviert werden können, um die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Region weiter voranzutreiben, wie sich sogenannte „fake news“ nach möglichst objektiven Kriterien klassifizieren lassen und wie sich Räume auf die Würde handelnder Personen auswirken. Hierzu haben die Arbeitsgruppen unter anderem Spiele und eine App entwickelt, Filme und einen Ausstellungsband produziert, ein soziales Experiment, einen Kreativwettbewerb und Studien durchgeführt sowie einen Installationsrundgang und Tagungen organisiert.

Dank für das Engagement
Zum Abschluss im Erich-Brost-Pavillon auf Zollverein standen die Berichte der fünf Arbeitsgruppen und den daraus resultierenden Ergebnissen und Produkten im Mittelpunkt. Zudem präsentierten einzelne Mitglieder der GYF V die Ergebnisse ihrer Forschungs- oder Kongressreisen. MERCUR-Geschäftsführer Dr. Gunter Friedrich dankte den Mitgliedern für ihr Engagement und lud sie ein, als Alumni in Kontakt zu bleiben. Der Beiratsvorsitzende der Stiftung Mercator, Rüdiger Frohn, betonte die Bedeutung der GYF als hervorragendes Umfeld für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ruhrgebiet.

Die Ruhr-Wirtschaft wurde vertreten durch Dirk Opalka, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH. „Durch die Beteiligung junger Führungskräfte aus den Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises entsteht in den Arbeitsgruppen eine neue Dynamik“, so Opalka. „Wissenschaft trifft auf Wirtschaft, Theorie auf Praxis. Die Teilnehmer erhalten so völlig neue Einblicke in die Arbeitswelten der jeweils anderen Gruppe.“

Im Vordergrund der GYF steht die Vernetzung von jungen Nachwuchskräften aus den Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises Ruhr mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Ruhrregion. Das Netzwerk ist eine Initiative der Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) und wird vom Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) in Essen koordiniert. Der Initiativkreis Ruhr unterstützt die Global Young Faculty und entsendet auch Mitglieder des Jungen Initiativkreises Ruhr in die Arbeitsgruppen.