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„Vor allem kleine und mittlere Unternehmen müssen sich der Digitalisierung stellen“

Initiativkreis Ruhr im Interview: Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK, über die Digitalisierung als Innovationstreiber, die Ruhr-Konferenz und die Rolle der Förderbank.

Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. (Foto: NRW.BANK)

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will mit einer Ruhr-Konferenz dem Ruhrgebiet neue Impulse geben und das Startsignal für einen Aufbruch. Foren zu den wesentlichen Themen wie Energiewende und Klimaschutz, Wissenschaft und Innovationen, Zukunft der Arbeit oder neue Mobilität sollen Potenziale der Region identifizieren und Projekte vorantreiben. Moderiert werden die Themenforen jeweils von einem Tandem aus einem Kabinettsmitglied und einer Persönlichkeit aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Sport und Gesellschaft. In elf von 20 Themenforen sind Vertreter von Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises Ruhr eingebunden. Hier kommen sie dazu in loser Folge zu Wort. Diesmal geben wir einen Einblick in das Forum „Wie stärken wir die Innovationsfähigkeit?“, das von Minister Lutz Lienenkämper und dem Vorstandsvorsitzenden der NRW.Bank, Eckhard Forst, moderiert wird. Im Gespräch: Eckhard Forst.

Wo hat das Revier aus Ihrer Sicht Nachholbedarf, was muss möglichst schnell passieren?
Nordrhein-Westfalen ist durch seine Forschungslandschaft und die vielen Innovationslabore, Digital-Hubs und Akzeleratoren schon heute ein starkes Innovationsland. Dennoch hat nicht nur das Revier, sondern ganz NRW noch enormes innovatives Potenzial – vor allem bei der Digitalisierung. Diese ist heute einer der größten Innovationstreiber überhaupt. Das Land NRW will deshalb bis 2025 sieben Milliarden Euro zusätzlich in ein flächendeckendes Gigabit-Netz mit Glasfaser investieren. Das ist gut so, aber auch die mehr als 750.000 kleinen und mittleren Unternehmen in NRW müssen sich der Digitalisierung stellen. Zu viele von ihnen nutzen die Digitalisierung noch nicht für neue Geschäftsmodelle, viele Mitarbeiter sind noch nicht entsprechend qualifiziert. Vor allem kleine Unternehmen haben noch immer einen sehr niedrigen Digitalisierungsstand. Das zeigt der „Digitalisierungsindex von KMU in NRW 2018“, den das NRW-Wirtschaftsministerium beauftragt hat. Innovation und damit die Digitalisierung ist ja nicht ohne Grund ein Schwerpunkt der Ruhr-Konferenz.

Was kann die Wirtschaft, was können die Unternehmen beitragen?
Vor allem müssen die Unternehmen den jeweils eigenen Veränderungsbedarf präzise erkennen. Wie kann, wie muss ich mein Geschäftsmodell aufgrund der Digitalisierung weiterentwickeln? Welche Prozesse in meinem Unternehmen eignen sich für eine entsprechende Umstellung? Welche Hindernisse sind zu beseitigen, welche Chancen gilt es zu nutzen? In welchem Maße muss ich mein Unternehmen neu denken? Das sind die zentralen, strategischen Fragen. Als Förderbank helfen wir kleinen und mittleren Unternehmen dabei, Förderprogramme für professionelle Beratungen sowie Qualifizierungsmaßnahmen für die Mitarbeiter zu finden. Hierbei unterstützen weiterhin die Angebote der Digitalisierungsinitiative des Landes. Im dritten Schritt stellt sich dann mitunter auch die Frage nach Investitionen und deren Finanzierung. Auch hierfür bieten wir als Förderbank natürlich Lösungen.

Welche Ideen haben Sie, um die Situation zu verbessern?
Das richtige Bewusstsein der Lage und ihrer Chancen ist das Entscheidende. Deshalb sind Beratung und Weiterbildung so wichtig. In Nordrhein-Westfalen bündelt die Digitalisierungsinitiative Mittelstand alle Fördermaßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel die Beratungsangebote der regionalen NRW.Innovationspartner und der Hubs der digitalen Wirtschaft in NRW, und dazu gehören Innovations- und Digitalisierungsgutscheine sowie der Innovationsassistent. All diese Förderangebote zielen darauf ab, das Digitalisierungs- und Innovations-Know-how des Mittelstands in NRW zu stärken – durch Beratung, durch die Beschäftigung von Hochschulabsolventen und durch Weiterbildung des vorhandenen Personals. Und für Investitionen stehen wir als NRW.BANK parat – zum Beispiel mit dem neuen NRW.BANK.Digitalisierungskredit. Er kann für digitale Produktion und Verfahren, digitale Produkte oder digitale Strategie und Organisation verwendet werden.

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