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20 Stadt-Quartiere sollen zu InnovationCities werden

Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, NRW-Bauminister Michael Groschek, Burkhard Drescher, Geschäftsführer Innovation City Management GmbH, Rasmus C. Beck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH, Peter Karst, Geschäftsführer WiN Emscher-Lippe GmbH, und Dirk Opalka, Geschäftsführer Initiativkreis Ruhr GmbH, (v.l.) bei der Vorstellung des Projekts auf der Expo Real in München. (Foto: wmr)

  • Land NRW und EU stellen Fördermittel für den Ausroll-Prozess bereit
  • Initiativkreis Ruhr: Modellstadt Bottrop hat Serienreife erreicht
  • Bewerbungsphase für Kommunen beginnt voraussichtlich Ende 2015/Anfang 2016

Das vom Initiativkreis Ruhr angestoßene Klimaprojekt InnovationCity Ruhr hat einen neuen Meilenstein erreicht: Damit dieses in der Modellstadt Bottrop erfolgreich erprobte Konzept auf eine ganze Region ausgerollt werden kann, stellt das Land NRW im Rahmen des landesweiten Projektaufrufs „Regio.NRW“ Fördermittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) bereit. Das gaben das regionale Wirtschaftsbündnis Initiativkreis Ruhr und die Innovation City Management GmbH (ICM) auf dem Stand der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH (wmr) bei der Messe ExpoReal in München bekannt. Der nächste Schritt ist die Beantragung des Projekts bei der dafür zuständigen Bezirksregierung Münster.

InnovationCity Ruhr demonstriert seit Ende 2010 in Bottrop, wie ein klimagerechter Stadtumbau gemeinsamen mit Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Politik und den Bürgern umgesetzt werden kann. „Jetzt hat das Projekt die Serienreife erreicht“, sagt Dirk Opalka, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH, die Hauptgesellschafter der Innovation City Management GmbH ist.

Bottrop wird zur Blaupause
Mit den zur Verfügung gestellten Mitteln wollen Initiativkreis Ruhr, ICM, wmr, WiN Emscher Lippe und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt Energie umsetzbare Konzepte zur Erneuerung und Entwicklung von insgesamt 20 Quartieren aus dem Ruhrgebiet nach Bottroper Vorbild erarbeiten. „Ich freue mich sehr, dass der Ausroll-Prozess Fahrt aufnimmt und weitere Kommunen von den in der InnovationCity Ruhr gemachten Ergebnissen und Erfahrungen profitieren können“, sagt Opalka. „Bottrop wird damit zur Blaupause für eine ganze Region. Das war von Anfang an die Vision der Mitglieder des Initiativkreises Ruhr, als sie das Zukunftsprojekt mit einem Wettbewerb aus der Taufe gehoben und InnovationCity Ruhr zu dem großen Energie-Leitthema ihres Bündnisses gemacht haben. Diese Vision setzen wir jetzt in die Tat um. Dass sich in dieses Projekt von großer Strahlkraft über die Region hinaus nun auch die wmr einbringt, ist ein Beleg für die gute Zusammenarbeit zwischen Industrie und regionaler Wirtschaftsförderung.“

„Die wmr hat im Vorfeld für gut 2000 Quartiere im Ruhrgebiet eine pragmatische und handhabbare Quartiersabgrenzung geschaffen. So können Kommunen schneller und effizienter mit der energetischen Modernisierung und Sanierung von Bestandsimmobilien im Quartier beginnen“, sagt Rasmus C. Beck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH.

Die Nachfrage nach einer Übertragung des InnovationCity-Konzepts ist hoch: Alle kreisfreien Revierstädte sowie die Landkreise, stellvertretend für ihre Kommunen, haben bereits mit einem „Letter of Intent“ ihr Interesse erklärt. Nach offiziellem Projektstart können sich die Kommunen voraussichtlich ab Ende 2015/Anfang 2016 mit einem Quartier bewerben, die Auswahl übernimmt dann eine Fachjury.

Stimmen zum Rollout
NRW-Umweltminister Johannes Remmel erklärt dazu: „Die Steigerung der Energieeffizienz durch die energetische Modernisierung von Gebäuden ist ein wichtiger Baustein, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Umso wichtiger ist es, dass wir diesbezügliche Best-Practice-Beispiele wie aus Bottrop auf andere Kommunen übertragen.“

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin ergänzt: „Der InnovationCity-Rollout ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie das gesamte Ruhrgebiet – zum einen die Kommunen aber auch die Bürger und die Wirtschaft – von einem im Revier entwickelten Ansatz profitieren kann. So steigern wir nicht nur die Energieeffizienz in der Fläche, sondern fördern auch die Wertschöpfung in der gesamten Region.“

NRW-Bauminister Michael Groschek betont die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Herangehensweise: „Um Quartiere nachhaltig zu erneuern und zu entwickeln, ist ein sektorübergreifender Ansatz notwendig, bei dem alle Akteure vor Ort eingebunden werden. Das wird durch den Erfolg der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop deutlich. Daher freut es mich sehr, dass wir nun den ersten Schritt zum breiten Ausrollen dieses Ansatzes getan haben.“

Hintergrund
Mit mehr als 200 Einzelprojekten aus den Handlungsfeldern Wohnen, Arbeiten, Energie, Mobilität und Stadt wird in der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop seit knapp fünf Jahren ein klimagerechter Stadtumbau umgesetzt. Konkret sollen bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um 50 Prozent reduziert und die Lebensqualität gesteigert werden. Das Projekt wurde vom Initiativkreis Ruhr initiiert, ein Zusammenschluss von rund 70 führenden Unternehmen und Institutionen aus dem Ruhrgebiet. Durch umfangreiche Aktivierungsmaßnahmen konnte im dortigen Projektgebiet über die vergangenen Jahre eine energetische Modernisierungsrate von über zehn Prozent erreicht werden, die damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.

Neben Bottrop läuft seit April 2015 auch das Projekt InnovationCity Essen | Eltingviertel. In dem Essener Viertel streben Vonovia (ehemals Deutsche Annington), die Stadt Essen und die Innovation City Management gemeinsam mit weiteren Partnern eine ganzheitliche und nachhaltige Quartiersentwicklung an. Dabei sollen Immobilienwerte gesichert, CO2-Emissionen reduziert und somit die Lebens- und Wohlfühlqualität für die Menschen im Quartier gesteigert werden.