Wunderbar. Wandelbar.
Wir gestalten das Ruhrgebiet.

Dr. Anna Katharina Jacob

Nachqualifizierung ausländischer Akademiker: ProSALAMANDER – ein Projekt an der Universität Duisburg-Essen

Dr. Anna Katharina Jacob, 39, Universität Duisburg-Essen

Es sind Geschichten wie die der Brasilianerin Rossana Szalaty, 39, die Anna Katharina Jacob in ihrer Überzeugung bestärken, das Richtige zu tun. Die Südamerikanerin lebt seit acht Jahren mit ihrem deutschen Ehemann in Bergkamen. In ihrer Heimat hatte sie Jura studiert und lange Zeit bei einer Großbank gearbeitet, zuletzt als Abteilungsleiterin. Trotz guter Sprachkenntnisse und einer Weiterbildung als Wirtschaftsfachwirtin fand Rossana Szalaty in Deutschland keine Stelle, die ihrer Ausbildung entsprach. Vier Jahre arbeitete sie an der Kasse eines Lebensmitteldiscounters – bis sie 2012 von ProSALAMANDER erfuhr, einem Nachqualifizierungsprogramm für ausländische Akademiker, das von der Stiftung Mercator gefördert wird.

Anna Katharina Jacob, 39, ist seit 2012 Leiterin dieses Projekts an der Universität Duisburg-Essen. Sie weiß, wie schwer sich die deutsche Wirtschaft und deutsche Hochschulen nach wie vor mit der Einschätzung fremder Hochschul-Diplome tun: „Ein Personalchef entscheidet sich eher für einen Bewerber mit einem deutschen Abschluss, weil ihm da die inhaltliche Qualität gewährleistet scheint.“ Mit der Folge, dass die Talente vieler hochqualifizierter Zuwanderer unerkannt blieben und dem Arbeitsmarkt verloren gingen. So wie Rossana Szalaty. Die Brasilianerin bewarb sich als Stipendiatin bei ProSALAMANDER, wurde aufgenommen und wird im Wintersemester 2014/2015 ihr Betriebswirtschaftsstudium an der Universität Duisburg-Essen erfolgreich abschließen. „Jetzt bin ich mir sicher, dass ich meine beruflichen Ziele erreiche“, sagt sie. 

Ziel von ProSALAMANDER ist es, die bisher ungenutzten Potentiale zugewanderter Akademiker zu nutzen, sie zur Aufnahme eines erneuten Studiums zu motivieren und ihnen zu helfen, dies erfolgreich abzuschließen. Voraussetzung für die Teilnahme sind ausreichende Deutschkenntnisse. Außerdem soll ein großer Anteil der im Ausland erworbenen Studienleistungen anerkannt werden können, um einen zügigen Studienabschluss zu erzielen. Das beurteilen Professoren an der Hochschule Duisburg-Essen sowie der Universität Regensburg, die mit in das Projekt eingebunden ist. Aktuell sind 40 Teilnehmer aus 17 Nationen im Qualifizierungsprogramm. In der Regel können die Teilnehmer den deutschen Bachelor- oder Masterabschluss nach zwölf bis 18 Monaten erwerben. 

Anna Katharina Jacob engagiert sich in besonderer Weise, damit talentierte Einwanderer den Weg zurück an die Hochschule sowie später zu einem ausbildungsadäquaten Arbeitsplatz finden. In Gesprächen mit Vertretern von Arbeitsagenturen und Jobcentern, Migrantenverbänden und Bildungsberatungen im Ruhrgebiet sucht sie nach zugewanderten Akademikern, die keine ausbildungsadäquate Anstellung gefunden haben. Diese versucht sie in das Programm ProSALAMANDER einzubinden und vermittelt Kontakte zu möglichen Arbeitgebern. Auch Bewerber, die kein ProSALAMANDER-Studium aufnehmen, erhalten von Anna Katharina Jacob Unterstützung: in Form einer Beratung über alternative Bildungswege und über die Vermittlung an andere Ansprechpartner, die für eine Nachqualifizierung sorgen können. In zahlreichen Gesprächsrunden und Foren im gesamten Ruhrgebiet möchte Anna Katharina Jacob vor allem eins deutlich machen: „Die Nachqualifizierung leistet einen Beitrag, die dringend benötigten Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zu gewinnen.“ 

Verwandte Pressebilder und Informationen finden Sie im Downloadbereich