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Forscher, die das Sehen schärfen

Hall of Fame der deutschen Forschung (v.l.n.r.): Steffen Klusmann, Prof. Dr. Stefan Hell, Klaus Engel, Dr. Ludwig Pohl. (Foto: IR)

  • Stefan Hell, Nobelpreisträger 2014, und Ludwig Pohl in die Hall of Fame der deutschen Forschung berufen
  • Festakt auf der Zeche Zollverein in Essen
  • Initiativkreis-Moderator Klaus Engel: Ruhrgebiet ist Hochburg der Forschung und des Wissens

 

Feierliche Würdigung der Lebensleistung zweier Wissenschaftler, die auf zuvor ungeahnte Weise das Sehen schärfen: Prof. Dr. Stefan Hell und Dr. Ludwig Pohl wurden am Dienstagabend bei einem Festakt im Weltkulturerbe der Essener Zeche Zollverein in die Hall of Fame der deutschen Forschung berufen. Sie ehrt jährlich zwei Wissenschaftler, die Deutschland nicht nur als Forschungsstandort voran gebracht, sondern auch als Wirtschaftsstandort zukunftsfähiger gemacht haben. 

Zu der Festveranstaltung hatten sich rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eingefunden. Darunter Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie Klaus Engel, Vorsitzender des Vorstands der Evonik Industries AG und Moderator des Initiativkreises Ruhr.

„Wir feiern die Aufnahme der beiden Spitzenwissenschaftler in die ‚Ruhmeshalle‘ der deutschen Forschung am idealen Ort – im Ruhrgebiet“, sagte Klaus Engel. „Denn die Region ist heute eine Hochburg der Forschung und des Wissens. Das Ruhrgebiet hat die dichteste Hochschullandschaft Europas. Wo einst in großem Stil Kohle gefördert wurde, wird nun in großem Stil Wissen gefördert. Auch dieser Wandel verdient Respekt und Anerkennung.“

Erst nach Essen, dann für den Nobelpreis nach Stockholm
Bereits im Frühjahr hatte die Hall-of-Fame-Jury Stefan Hell (51), Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie, zum diesjährigen Laureaten gewählt. Seine revolutionäre Mikroskop-Technik liefert bessere Vergrößerungen und präzisere Bilder, als die Physik bisher für möglich hielt. Sie ermöglicht Untersuchungen an lebenden Zellen, kann einzelne Moleküle darstellen und erlaubt es, die Vorgänge im Innern einer Zelle genau zu beobachten. Im Dezember wird der deutsche Forscher für diese Entwicklung in Stockholm den Nobelpreis für Chemie entgegen nehmen. Für die Hall-of-Fame-Jury ist dies eine Bestätigung ihrer Entscheidung.

Ludwig Pohl (82) wird in die Hall of Fame der deutschen Forschung berufen, weil er von den 1960er bis in die 1990er Jahre als Abteilungsleiter bei Merck maßgeblich an der Entwicklung sogenannter „Flüssigkristalle“ und ihrer Einsatzmöglichkeiten mitgearbeitet hat. Diese Technik war der Schlüssel für Flachbildschirme (LCD) in der Unterhaltungselektronik, aber auch für die Verbreitung digitaler Kommunikationstechniken (Notebooks, Mobiltelefone, Tablet-Computer).

Insgesamt nun 16 Geehrte
Die Hall of Fame der deutschen Forschung wurde im Jahr 2009 vom manager magazin ins Leben gerufen. Sie wird unterstützt vom Initiativkreis Ruhr, der Evonik Industries AG und Acatech, Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Zu den insgesamt nun 16 Geehrten gehören inzwischen zehn Nobelpreisträger, aber auch Industrieforscher wie Karlheinz Brandenburg, Teamleiter bei der Entwicklung des Datenkompressionsprogramms mp3, oder der Automatisierungsexperte Joachim Milberg, einst Ordinarius für Maschinenbau an der TU München, dann Vorstandsvorsitzender und heute Aufsichtsratsvorsitzender der BMW AG.

Die Berufenen werden in einem zweistufigen Verfahren ausgesucht: Ein wissenschaftliches Kuratorium nominiert die Kandidaten, aus denen dann eine unabhängige Jury von Wirtschaftsführern die Laureaten ernennt.

Hinweis an die Redaktionen:
Fotos der beiden neuen Laureaten stehen Ihnen im Download-Bereich zur Verfügung.