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JOBLINGE eröffnet dritten Standort an der Ruhr

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin hat im Kreis Recklinghausen den dritten Ruhrgebietsstandort der Initiative JOBLINGE offiziell eröffnet. In der Initiative engagieren sich Wirtschaft, Staat und Privatpersonen gemeinsam, um junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen zu unterstützen. Der Initiativkreis Ruhr ist Gründungspartner und aktiver Förderer der JOBLINGE Ruhr.

Die JOBLINGE gAG Ruhr hat nach Essen und Gelsenkirchen jetzt auch im Kreis Recklinghausen einen Standort. (Foto: JOBLINGE)

„Manchmal müssen Talente erst zur Entfaltung gebracht werden. Das gilt auch für viele Jugendliche ohne Arbeit und Berufsausbildung. Hier sind Chancengeber wie die JOBLINGE-Initiative gefragt. Sie hilft jungen Menschen, doch noch einen Ausbildungsplatz zu finden – mit bemerkenswertem Erfolg“, sagte Duin, der Schirmherr der JOBLINGE im Ruhrgebiet ist. Bei der Eröffnungsfeier wünschte er den Jugendlichen viel Erfolg auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt.

In Deutschland haben derzeit etwa 500.000 junge Menschen den Sprung von der Schule ins Berufsleben nicht geschafft, sind arbeitslos oder befinden sich in Maßnahmen des Übergangssystems. Auch im Kreis Recklinghausen haben mehr als 2.000 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren keine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle. Um ihnen neue Perspektiven zu bieten, eröffnete im Oktober 2015 der Recklinghäuser JOBLINGE-Standort.

Bei JOBLINGE erhalten Jugendliche die Chance, ihre Fähigkeiten in der Praxis zu beweisen – unabhängig von Schulnoten und klassischen Bewerbungsgesprächen. Im gemeinsamen Engagement von Wirtschaft, Politik und Privatpersonen gelingt mehr als 70 Prozent der Teilnehmer der Sprung in den ersten Arbeitsmarkt. Initiiert wurde JOBLINGE 2007 von der Boston Consulting Group und der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG.

Einstieg in die Ausbildung
In dem sechsmonatigen JOBLINGE-Programm erwerben die „Joblinge“ in Gruppenprojekten wichtige soziale und berufliche Kompetenzen, bevor sie in Partnerunternehmen Praxiserfahrung sammeln und sich ihren Ausbildungsplatz aus eigener Kraft erarbeiten. Unterstützt werden die Jugendlichen dabei nicht nur von dem hauptamtlichen JOBLINGE-Team, sondern auch von ehrenamtlichen Mentoren, die „ihren“ Jobling über die gesamte Zeit begleiten. Raphael Karrasch, Regionalleiter der JOBLINGE gemeinnützige Aktiengesellschaft (gAG) Ruhr: „Wir nehmen die Jugendlichen von Anfang an mit in die Verantwortung. Sie entscheiden sich bewusst für die Teilnahme am Programm – und alleine durch diese freie Entscheidung wird die intrinsische Motivation so gestärkt, dass wir gemeinsam und auf Augenhöhe auf den Einstieg in Ausbildung hinarbeiten können.“

Ziel ist es, pro Jahr 80 sozial benachteiligte Jugendliche aus dem Kreis Recklinghausen dauerhaft in Ausbildung und Arbeit zu integrieren. Damit kann die Joblinge gAG Ruhr, die bereits in Essen und Gelsenkirchen aktiv ist, insgesamt 220 Jugendliche jährlich fördern.

Im Oktober startete Marvin als einer der ersten Joblinge am neuen Standort im Erlbruch. Zwei Jahre war er nach seinem Realschulabschluss, einer abgebrochenen Lehre und Aushilfstätigkeiten arbeitslos. Anfang Februar hat er seine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker bei einem der Joblinge-Kooperationspartner begonnen. „Durch Joblinge habe ich die Unterstützung bekommen, die ich gebraucht habe“, sagt der 22-Jährige. „Ich habe den richtigen Betrieb und die richtige Ausbildung für mich gefunden und wurde auch von meinem Mentor 1000-prozentig unterstützt. Joblinge hat sich für mich echt gelohnt!“

Enge Verzahnung mit dem Jobcenter
Mehr als 50 Betriebe haben der Initiative im Kreisgebiet bereits ihre Unterstützung zugesagt, mit Praktikums- und Ausbildungsplätzen, Mentoren, Netzwerken und Spenden, unter ihnen die in Essen ansässige Brost-Stiftung oder die Sparkasse Vest. Öffentlich gefördert wird der neue Standort vom Jobcenter Kreis Recklinghausen, das auch die Teilnehmer in das Programm vermittelt. „Das JOBLINGE-Projekt ist eine wertvolle Ergänzung zu unserer Arbeit mit jungen Menschen. Die enge Verzahnung mit unserem Jobcenter, das privatwirtschaftliche Engagement, die Arbeitgebernähe und die persönlichen Mentoren sind dabei die wesentlichen Erfolgsfaktoren“, sagt Cay Süberkrüb, Landrat des Kreises Recklinghausen.

Bundesweit ist JOBLINGE derzeit an 17 Standorten vertreten, weitere sind in Planung. Zudem hat die Initiative ein spezifisches Programm entwickelt, um junge Flüchtlinge zu unterstützen und sie so früh wie möglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Im April 2016 startet das Programm „JOBLINGE für Flüchtlinge“ in München, parallel dazu wird die Ausweitung auf andere Standorte vorbereitet.