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Mehr Besucher beim Klavier-Festival Ruhr

52.000 Besucher zählte das Klavier-Festival Ruhr 2016. Beim Ticketing-Umsatz gab es einen Rekord. Intendant Franz Xaver Ohnesorg dankte dem Initiativkreis Ruhr, dessen kulturelles Leitprojekt das internationale Pianistentreffen ist.

Auf Sonntag, 28. August 2016, wurde das Stiftungskonzert mit Martha Argerich und Daniel Barenboim verlegt. (Foto: Klavier-Festival Ruhr/Holger Kettner)

Mit einer höchst erfolgreichen Bilanz hat das Klavier-Festival Ruhr die elfwöchige Reihe seiner Konzerte geschlossen: Zu 71 Veranstaltungen kamen 52.000 Besucher, davon 13.500 allein zur Nacht der Industriekultur in Bochum und Hattingen. 25 Konzerte waren ausverkauft. Mit einem im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent erhöhten Ticketing-Umsatz konnte ein neuer Rekordwert erarbeitet werden.

Intendant Franz Xaver Ohnesorg: „Mit großartigen Musikern und profilierten künstlerischen Schwerpunkten hat das Klavier-Festival sein Publikum erreicht. Ich freue mich, dass insbesondere auch die Debüts junger Pianisten große Aufmerksamkeit fanden.“ Das Gipfeltreffen der internationalen Pianisten-Elite endete am Freitag, 8. Juli, mit einem Jazz-Konzert mit Till Brönner & His Piano Friends im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen.

Erfreut verwies Ohnesorg auch auf die kontinuierlichen Erfolge der Education-Arbeit des Festivals: „Wir konnten knapp 700 Kinder und Jugendliche erreichen und die Stadtteil-Arbeit in Duisburg-Marxloh mit dem Ziel der Integration von Kindern aus neu zugewanderten Familien und der Inklusion behinderter Kinder konsequent weiterführen.“ Anlässlich des Jubiläums Zehn Jahre Little Piano School äußerte sich auch der chinesische Pianist Lang Lang – selbst Mitglied im Silver Circle der Stiftung Klavier-Festival Ruhr – bei einem Besuch in Essen überaus anerkennend über die Arbeit mit Kindern im Kindergarten- und Vorschulalter.

Neuer Hauptsponsor duisport
Als große Ehre bezeichnete Ohnesorg, duisport anlässlich des 300-jährigen Bestehens des Duisburger Hafens als neuen Hauptsponsor gewonnen zu haben. Unter der Schirmherrschaft von Erich Staake, Vorsitzender des Vorstands der Duisburger Hafen AG (duisport), war das Festival in 23 Städten auf 30 Podien der Region vertreten, unter anderem erstmals im neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Staake: „Ich gratuliere unserem Intendanten Franz Xaver Ohnesorg und seinem hochmotivierten Team. Es ist Ihnen erneut gelungen, überragende Ergebnisse für das Klavier-Festival Ruhr zu erzielen. Dies gilt sowohl in künstlerischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. 52.000 Besucher und 3.000 mehr als im Vorjahr verkaufte Tickets sprechen für sich. Hinzu kommen die immer größer werdenden Erfolge bei der Education-Arbeit des Festivals, von der hunderte von Kindern und jungen Erwachsenen profitieren – insbesondere auch in Duisburg-Marxloh, wo das Klavier-Festival Ruhr einen wichtigen Beitrag zur Integration von Kindern aus Neuzuwandererfamilien leistet. All dies spricht für die richtige Strategie des kulturellen Leitprojekts des Initiativkreises Ruhr, auf das wir alle stolz sein können.“

Ohnesorg dankte dem Initiativkreis Ruhr, dessen kulturelles Leitprojekt das Klavier-Festival seit seiner Gründung 1989 ist. „Ohne unsere Sponsoren, Förderer, Partnerstiftungen, ohne unseren Verein der Freunde und Förderer e.V. und nicht zuletzt ohne unsere inzwischen 147 Donatoren im Silver Circle wären die künstlerischen Erfolge und die kontinuierliche Education-Arbeit nicht möglich.“ Dieses breite gesellschaftliche Engagement für das kulturelle Leben der Region verdiene hohe Anerkennung.

Künstlerische Schwerpunkte und internationale Pianisten
Der künstlerische Akzent des Klavier-Festivals lag in diesem Jahr auf Johannes Brahms als einem der bedeutenden Komponisten für das romantische Klavier. Es würdigte außerdem in einer Reihe von Konzertprogrammen Max Reger aus Anlass seines 100. Todestags und Ferruccio Busoni anlässlich seines 150. Geburtstags. Den Preis des Klavier-Festivals erhielt der russische Pianist Arcadi Volodos am 15. April in Mülheim, wo er den Reigen der Konzerte mit einem reinen Brahms-Abend eröffnet hatte.

Auch in diesem Jahr haben international bekannte Pianisten ihre Konzertprogramme auf das Festival zugeschnitten: So nahmen etwa die Siegerin des Klavierwettbewerbs von Leeds, Anna Tcybuleva, oder die Pianisten Joseph Moog und Martin Stadtfeld eigens Werke von Max Reger in ihre Recitals auf. Hélène Grimaud präsentierte gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi beide Klavierkonzerte von Johannes Brahms in der Philharmonie Essen. Gerhard Oppitz spielte mit den Essener Philharmonikern unter Karl-Heinz Steffens Max Regers anspruchsvolles Klavierkonzert f-Moll.

Zu den Höhepunkten des internationalen Pianistentreffens gehörten die Auftritte von Marc-André Hamelin, Evgeny Kissin und Krystian Zimerman in Essen, Gabriela Montero und Daniil Trifonov in Dortmund, Sir András Schiff in Wuppertal, Anna Vinnitskaya in Gelsenkirchen, Emanuel Ax in Düsseldorf, Alice Sara Ott in Duisburg und Elisabeth Leonskaja in Mülheim. Mit dem jungen Jean Rondeau und mit Shalev Ad-El debütierten viel beachtete Cembalisten beim Klavier-Festival in Hagen-Hohenlimburg.

Die JazzLine des Festivals bot sieben hochkarätige Konzerte, beginnend mit Michel Camilos „Trio Latino“ im Unesco-Weltkulturerbe Zeche Zollverein. Der Harlem-Kingston Express mit Monty Alexander setzte die Reihe in Essen fort, das Gerald Clayton Trio gastierte in der Jahrhunderthalle in Bochum. Mit dem Jacky Terrasson Trio war das Klavier-Festival zum zweiten Mal im Monforts Quartier in Mönchengladbach zu Gast. Danilo Pérez, Bill Dobbins und die WDR Big Band Köln bespielten mit ihrem Projekt „Panamania“ die Gebläsehalle des LWL-Industriemuseums Hattingen. Dort war am 5. Juli auch Hiromi mit ihrem Trio zu Gast.

Zehn Jahre erfolgreiche Education-Arbeit
Wichtige Impulse zur sozialen Integration und zu gelingender Inklusion setzte das Klavier-Festival in seiner seit zehn Jahren erfolgreichen Education-Arbeit. Sie hatte 2006 mit der Little Piano School begonnen. Inzwischen werden rund 300 Kinder ganzjährig an der Folkwang Musikschule Essen sowie in 17 evangelischen Kindertagesstätten in Bottrop, Dorsten, Gladbeck, Essen, Marl und Recklinghausen auf fantasievolle und spielerische Weise an die Musik und das Klavierspiel heranführt.

Seit acht Jahren engagiert sich das Klavier-Festival Ruhr in Duisburg-Marxloh, einem sozialen Brennpunkt im Norden der Stadt, um dort Kinder und Jugendliche langfristig musikalisch zu fördern und bei der Entwicklung kreativer, sozialer und persönlicher Fähigkeiten zu unterstützen. Die intensive Arbeit zur Integration von Kindern aus neu zugewanderten Familien und zur Inklusion behinderter Kinder erreichte in diesem Jahr knapp 400 aktiv teilnehmende Kinder und Jugendliche. In dem Projekt „Begegnungen und Übergänge – In Bartóks Welt“ befassten sich Grundschüler, Förderschüler und Gymnasiasten mit Musik und Gedankenwelt des großen ungarischen Komponisten in unterschiedlichen Gruppen in den Kunstformen Musik und Tanz. Sie präsentierten ihre Arbeit in zwei eindrucksvollen Aufführungen in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord.

Ausblick: Sonderkonzerte und Klavier-Festival 2017
Das Klavier-Festival Ruhr 2017 findet voraussichtlich vom 5. Mai bis Mitte Juli statt. Das Frühbucher-Angebot für das Festival 2017 wird ab Mitte November verfügbar sein, mehr dazu unter klavierfestival.de. Zuvor bleibt das Klavier-Festival Ruhr mit einer Reihe von Sonderkonzerten auch in der Zeit bis zum nächsten Festspiel-Start in der Region präsent.

Neben dem auf Sonntag, 28. August 2016, 17 Uhr, verlegten Stiftungskonzert mit Martha Argerich und Daniel Barenboim veranstaltet das Festival am Mittwoch, 14. September 2016, 20 Uhr, gemeinsam mit dem WDR ein JazzLine Extra mit dem kubanischen Pianist Hilario Durán mit der WDR Big Band in der Philharmonie Essen. Bereits ausverkauft ist das Konzert mit Lang Lang am Samstag, 22. Oktober 2016, in der dann wieder eröffneten Duisburger Mercatorhalle. Am Sonntag, 18. Dezember 2016, ist die russische Pianistin Anna Gourari im Wasserschloss Gartrop in Hünxe am Niederrhein zu Gast. Der Vorverkauf für dieses Konzert beginnt am 15. September.

Der 70. Geburtstag des außergewöhnlichen Geigers Gidon Kremer ist der Anlass für ein Extrakonzert am Donnerstag, 9. März 2017, im neu eröffneten Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum. Martha Argerich und Gidon Kremer spielen gemeinsam mit der Kremerata Baltica Werke von Robert Schumann, Wolfgang Amadeus Mozarts und Mieczyslaw Weinberg, dem in den letzten Jahren neu entdeckten polnischen Komponisten. Der Vorverkauf für dieses Konzert hat bereits begonnen.