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Metropole Ruhr ist Exporteur hochqualifizierter Nachwuchskräfte / Wissensgipfel Ruhr sucht Wege, dieses Know-how stärker in der Region zu verankern

Für einen attraktiven Arbeitsplatz verlassen mehr Hochschulabsolventen die Metropole Ruhr als zuwandern. Besonders ausgeprägt ist die Tendenz mit dreizehn Prozent bei den Ingenieurwissenschaften, dem Berufsfeld mit dem höchsten Fachkräftemangel in Deutschland. Das sind erste Ergebnisse aus einer Studie, die das Institut für angewandte Innovationsforschung e.V. an der Ruhr-Univer-sität Bochum (IAI) zurzeit für die Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets (Ruhr-IHKs), den Initiativkreis Ruhr, den Regionalverband Ruhr (RVR) sowie die Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr erstellt.

Unter dem Titel „Wissenschaftsregion Ruhr“ analysiert das IAI die wirtschaftliche Bedeutung sowie Innovationsimpulse der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Ruhrgebiet. Erste Zahlen und Aussagen der Studie werden heute (31. März 2014) auf dem zweiten Wissensgipfel Ruhr in Dortmund vorgestellt, den RVR, Ruhr-IHKs und Initiativkreis Ruhr ausrichten.

„Die Wissensmetropole Ruhr verfügt über ein erhebliches Potenzial an Fachkräften für Unternehmen. Dieses Know-how gilt es, in der Region zu halten“, bekräftigt Karola Geiß-Netthöfel, RVR-Regionaldirektorin. „Hierzu bedarf es mehr denn je eines engen Schulterschlusses zwischen Forschung, Lehre, Unternehmen und Politik. Mit dem Wissensgipfel Ruhr wollen wir die Akteure noch stärker miteinander vernetzen.“

Das Ruhrgebiet hat sich zu einem begehrten Ziel für Studentinnen und Studenten entwickelt. Im Wintersemester 2012 / 2013 verzeichneten die 21 Hochschulen mehr als 238.000 Studierende. Das bedeutet einen Zuwachs von fast 50 Prozent innerhalb der letzten fünf Jahre. Über die Hälfte (56 Prozent) der angehenden Akademiker kommt aus der Region, 26 Prozent aus dem übrigen Nordrhein-Westfalen und 18 Prozent aus anderen Bundesländern bzw. dem Ausland. Den Hochschulen kommt damit eine wichtige Funktion zu, junge Menschen in die Metropole Ruhr zu holen.

Dazu Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK (federführend für die Ruhr-IHKs in diesem Jahr): „Das Potenzial an hochqualifizierten Nachwuchskräften wollen wir stärker für die regionale Wirtschaft nutzen. Durch eine verbesserte Kooperation der Hochschulen mit regionalen Unternehmen können Forschungspotenziale in konkrete Anwendungen umgesetzt und den Studierenden praxisnahe Angebote und berufliche Perspektiven eröffnet werden. Die Stärkung des Wissens- und Technologietransfers im Ruhrgebiet ist daher von besonderer Bedeutung.“

Dennoch gibt es Jugendliche oder Schüler mit Studienoption, die den Weg in eine Ausbildung bzw. den Zugang zur Hochschule nicht finden. Das will die Initiative „TalentMetropole Ruhr“ ändern. Sie bündelt Angebote von Wirtschaft, Hochschulen und Institutionen, die junge Menschen unterstützt, ihre Begabungen zu erkennen und zu entfalten. „In der Metropole Ruhr gibt es zahlreiche innovative Bildungsprojekte“, so Dirk Opalka, Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhr. „Mit einer sinnvollen Vernetzung sichern wir die Attraktivität der Region und wirken dem Fachkräftemangel entgegen.“

Aber nicht nur eine intensive Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist für die Sicherung der Fachkräfte aus­schlaggebend. Auch ein attraktives Umfeld für Wohnen, Mobilität und Freizeit ent­scheidet über die Wahl des geeigneten Studien- bzw. künftigen Arbeitsplatzes. Beim zweiten Wissensgipfel zeigen Ruhrgebietskommunen beispielhaft, wie sie ihre Hochschul- und Forschungsstandorte stärker im Stadt­bild und in der Stadtgesellschaft verankern.

Erfolgreiche Praxisbeispiele wie UniverCity Bochum, Masterplan Wissenschaft Dortmund oder Hochschulstadt Kamp-Lintfort machen deutlich, wie die Wissensschaftlandschaft mehr in der Stadt- und Regionalplanung berücksichtigt und räumlich integriert werden kann. Ansätze wie „Stadt der kurzen Wege“, „Willkommenskultur“, „Hochschule vor Ort“, „Wissenschaftstage“ oder die „Lange Nacht der Wissenschaft Ruhr“ werden dazu beitragen, die Arbeit der Hochschulen mit dem Leben in der Stadt zu verzahnen. Sie erleichtern zudem den Zugang zu Bildung, Wissenschaft und Arbeit.

Auf dem Weg zur Wissensmetropole Ruhr
Mit dem Wissensgipfel Ruhr bieten der Regionalverband Ruhr, die Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet und der Initiativkreis Ruhr eine Plattform, um Modellprojekte vorzustellen, voneinander zu lernen sowie gemeinsame Ziele festzulegen und Strategien zu entwickeln. Bei der ersten Veranstaltung Ende 2012 in Bochum stand die intensive Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Focus. Der dritte Wissensgipfel Ruhr zum Thema „Ökonomische Effekte der Wissenschaftsregion Ruhr“ ist für Herbst 2015 geplant.

Weitere Infos unter www.wissensgipfel.metropoleruhr.de