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Von Klimaschutz bis Plakat-Aktion – Global Young Faculty stellt spannende Ergebnisse vor


15. Februar 2021

Die Gruppen-Arbeitsphase der sechsten Kohorte begann im Oktober 2019. Bei einem Auftaktworkshop legten die Teilnehmer ihre selbstbestimmten Arbeitsschwerpunkte und Projektgruppen fest. Im März endet die GYF VI. (Foto: Simon Bierwald/MERCUR)

In der Global Young Faculty (GYF) arbeiten engagierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler gemeinsam mit jungen Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft an interdisziplinären Themen. Mitte März endet die aktuelle Runde der GYF. Die vier Arbeitsgruppen stellen ihre Ergebnisse nun vor – etwa am Freitag, 19. Februar 2021 zum Thema „Unsicherheit jetzt!“.

Nach fast eineinhalb Jahren in verschiedenen Arbeitsgruppen wollen die Mitglieder der Global Young Faculty (GYF) Bilanz ihrer Arbeit ziehen. Dazu stellen die insgesamt vier Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vor. Das Netzwerk der GYF ist eine Initiative der Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) und wird vom Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) in Essen koordiniert. Der Initiativkreis Ruhr unterstützt die Kooperation. Zehn Nachwuchskräfte aus Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises Ruhr nehmen gemeinsam mit 43 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Region an der sechsten Runde der GYF teil. 

Dirk Opalka, Geschäftsführer der Initiativkreis Ruhr GmbH, sagt: „Durch die Beteiligung junger Führungskräfte aus den Mitgliedsunternehmen des Initiativkreises entsteht in den Arbeitsgruppen eine neue Dynamik. Wissenschaft trifft auf Wirtschaft, Theorie auf Praxis. Die Teilnehmer erhalten so völlig neue Einblicke in die Arbeitswelten der jeweils anderen Gruppe.“ Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung und Bildungsbeauftragte des Initiativkreis Ruhr, ergänzt: „Es ist der Austausch untereinander, der wertvolle Ergebnisse entstehen lässt. Das sehen wir in der gesamten Bildungslandschaft im Revier, vom Miteinander innerhalb der Kindergärten bis hin zur Vernetzung zwischen den Universitäten. Ich bin davon überzeugt, dass ein solcher Austausch auch im Rahmen der Global Young Faculty weiter vorangetrieben wird.“ Und Dr. Arne Schumacher, Projektleiter der GYF, betont: „Die Projekte sind finanziell gut ausgestattet und agieren, weitestgehend ohne Zielvorgaben, mit wissenschaftlicher, gesellschaftlicher oder künstlerischer Stoßrichtung – diese freie, kreative und interdisziplinäre Arbeit ist in der Form einzigartig.“ Am 18. März 2021 endet die sechste Kohorte der GYF. Die Ergebnisse sind vielfältig.

Wissenschaft trifft auf Wirtschaft, Theorie auf Praxis. Die Teilnehmer erhalten so völlig neue Einblicke in die Arbeitswelten der jeweils anderen Gruppe. Dirk Opalka, Geschäftsführer Initiativkreis Ruhr GmbH
Das erste Zwischentreffen der Global Young Faculty fand Ende September unter den derzeit geltenden Hygiene- und Abstandsregeln auf dem G Data Campus in Bochum statt. (Foto: GYF)

So hat die AG „Identity in Digital Times“ elf Podcast-Folgen in Zusammenarbeit mit einer professionellen Produktionsfirma umgesetzt. Die Folgen sind auf allen gängigen Podcast- und Audio-Portalen abrufbar. Die AG „Grenzüberschreitungen“ möchte die Ergebnisse eines Fotowettbewerbs im Rahmen einer Plakat-Aktion im öffentlichen Raum in zahlreichen Ruhrgebietsstädten präsentieren. Zudem erscheint im Februar ein Projektband. Die AG „Klimabewusstes Verhalten“ hat ein thematisches Kartenspiel entwickelt und eine repräsentative Umfrage unter 2.500 Befragten zum Thema „Klimabewusste Gesellschaft und paradoxes Verhalten“ durchgeführt. Die Ergebnisse stellt die AG am Freitag, 26. Februar, im Rahmen einer digitalen Abendveranstaltung vor. Die vierte AG „Unsicherheit Jetzt!“ hat Strategien und Ressourcen erarbeitet, die Menschen dabei helfen, Unsicherheiten auszuhalten. Die Ergebnisse diskutiert die Gruppe mit Experten im Rahmen einer digitalen Veranstaltung am Freitag, 19. Februar 2021, ab 15 Uhr. Anmeldungen sind noch möglich.

Elena Weber, Junger IR Elena Weber, Junger IR Elena Weber, Junger IR Elena Weber, Junger IR
Elena Weber ist seit 2019 bei der RAG-Stiftung beschäftigt.

Wir haben mit Elena Weber, Senior Referentin bei der RAG-Stiftung und Mitglied im Jungen Initiativkreis Ruhr, über ihre Zeit in der GYF und ihre Erkenntnisse der Arbeitsgruppe „Unsicherheit Jetzt!“ gesprochen.

Frau Weber, wie bewerten Sie die Zeit in der GYF?
Kurz gesagt: Als wichtiger Blick über den Tellerrand und echte Bereicherung. Im normalen Arbeitsalltag ist es doch häufig so, dass man sehr fokussiert bei seinen Kernthemen ist, aber für den Blick nach links und rechts wenig Zeit bleibt. Im Rahmen der Global Young Faculty bin ich in den letzten eineinhalb Jahren auf viele, spannende Menschen gestoßen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, gemeinsam gesellschaftspolitisch relevante Fragestellungen zu bearbeiten und auch ein Stück weit an die Inhalte meines eigenen Studiums anzuknüpfen. Gerade die Einblicke aus der aktuellen wissenschaftlichen Arbeit haben dazu geführt, dass ich auf viele Themen heute einen anderen Blick habe. Dafür bin ich dankbar.

Wie hat Corona die Arbeit in der GYF beeinflusst?
Corona hat uns gezwungen, flexibler und digitaler zu agieren. Was aber durchaus auch positive Effekte hatte! In den Videokonferenzen war die Arbeit fokussierter; wir kamen oft schneller zu Ergebnissen als in den persönlichen Treffen. Die Arbeit auf digitalen Plattformen war für uns alle nicht neu, von daher war dies keine große Umstellung. Schade finde ich allerdings schon, dass die Abschlussveranstaltung unserer Arbeitsgruppe nun digital stattfinden muss. Der persönliche Austausch ist einfach etwas anderes, als wenn man seine Mitmenschen nur auf dem Bildschirm sieht. Aber natürlich steht die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten an erster Stelle.

Ihre Arbeitsgruppe „Unsicherheit Jetzt!“ hat sich zum Ziel gesetzt, Strategien und Ressourcen zu identifizieren, die Menschen helfen, Unsicherheit auszuhalten. Was sind die Key Learnings, die ihr den Menschen mit auf den Weg geben wollt?
Unsere Arbeit hat mit der These begonnen, dass gefühlte Unsicherheit in den letzten beiden Jahrzehnten in westlichen Demokratien stark zugenommen hat. Gefühlte Unsicherheit entsteht, wenn Menschen wiederholt erleben, dass ihre bewährten Erfahrungen und Routinen, mit denen sie sich in der Welt bewegen, nicht mehr funktionieren. Als Beispiel dient hier sicherlich die Debatte über den vermeintlichen „Genderwahn“ und die Frage, warum Menschen die Auflösung des binären Geschlechtersystems so schwerfällt. Über den persönlichen Bereich hinaus können derartige gefühlte Unsicherheiten Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben haben und ultimativ auch Keimzelle für populistische Bewegungen sein.

Wir sind überzeugt: Es ist weder möglich noch erstrebenswert, diese Unsicherheiten auszumerzen. Vielmehr sollten wir ihre Existenz anerkennen und einen bewussten Umgang mit diesen Unsicherheiten erlernen. Und genau dafür gibt es auch Strategien, die wir in einem kleinen Glossar zusammengefasst haben. Spannend in diesem Zusammenhang ist übrigens auch das User-Verhalten auf Twitter zum Thema Corona-Pandemie – die Ergebnisse dieser Untersuchung präsentieren wir auf unserer Abschlussveranstaltung. Es lohnt sich reinzuschauen!

Haben Sie einen Tipp für junge Menschen, die aktuell mit Blick auf die Pandemie von Unsicherheiten (etwa beim Thema Schulabschluss oder Berufseinstieg) geplagt sind?
Ich glaube, Unsicherheit muss nichts Schlechtes sein. Das zu verinnerlichen ist nicht leicht, aber es lohnt sich. Denn wer Unsicherheiten aushalten kann, kann mutiger agieren und steht selbst dann fest mit beiden Beinen auf dem Boden, wenn sich alles um einen herum dreht. Wichtig finde ich aber auch: Eine solche Form der Resilienz muss man sich nicht allein erarbeiten. Gerade hier im Ruhrgebiet gibt es tolle Unterstützungsangebote insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene, die Orientierung bieten und dabei helfen, eigene Stärken zu entdecken. Zu nennen sind beispielsweise das Stipendienprogramm RuhrTalente oder die TalentTage Ruhr.

Sie sind auch Mitglied im Jungen Initiativkreis Ruhr. Am 18. März veranstalten Sie mit den weiteren Nachwuchskräften die erste „What if“. Wie wichtig ist diese digitale Veranstaltung für junge Menschen im Ruhrgebiet?
In der Veranstaltung „What if“ steckt meiner Meinung nach großes Potenzial für alle jungen Menschen – egal ob Studierende, Auszubildende oder Schüler:innen – die offen für neue Perspektiven sind und ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten wollen. Wir alle haben ein soziales Umfeld, von dem wir lernen können. Die „What if“ erweitert dieses Umfeld und bietet tollen Input aus Bereichen und Erfahrungsschätzen, die sonst nicht so leicht zugänglich sind. Das wird sicherlich spannend.


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