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Paralympics-Star David Behre ruft zum Blutspenden auf


01. April 2020

David Behre zur Corona-Pandemie: „Ich bin sicher, dass wir nach dieser Krise alle noch enger zusammenrücken und die Freiheiten, die wir im Leben genießen dürfen, noch mehr zu schätzen wissen.“

Blutspenden ist auch in Zeiten von Corona wichtig, meint David Behre. Beim nächsten TalentCamp Ruhr will er den Jugendlichen aus dem Ruhrgebiet wieder seine bewegende Lebensgeschichte erzählen. Mit uns hat er auch über seinen Plan für die Paralympischen Spiele 2021 in Tokio gesprochen.

Eigentlich wollte David Behre seine erfolgreiche Karriere nach den Paralympischen Spielen in diesem Sommer beenden. Doch wegen der Corona-Pandemie kommt nun alles anders: Die Olympischen und Paralympischen Spiele sind um ein Jahr verschoben worden. Und jetzt? „Schüttele ich mich kurz, setze mir neue Ziele und versuche, fit zu bleiben – damit ich meine Karriere 2021 in einem voll besetzten Stadion in Tokio abrunden kann.“ Kämpfen, sich selbst motivieren und über sich hinauswachsen – das kann der 33-jährige Leistungssportler wie kaum ein anderer. Denn seine Lebensgeschichte, die er beim nächsten TalentCamp Ruhr wieder Schülerinnen und Schülern aus dem Ruhrgebiet erzählen wird, ist bewegend.

Behres tragischer Unfall geschieht wenige Tage vor seinem 21. Geburtstag: Obwohl die Bahnschranken geöffnet sind, wird er in seiner Geburtsstadt Moers von einem Zug erfasst und Stunden später von einer Passantin entdeckt. In einem Krankenhaus in Duisburg müssen seine beiden Unterschenkel amputiert werden. Dass er heute noch lebt, sei laut den Ärzten ein medizinisches Wunder. Sein Aufenthalt im Krankenhaus dauert drei Monate. In dieser Zeit schöpft er neuen Mut und beschließt, Prothesensprinter zu werden. Mit Erfolg: Heute liegt seine persönliche Bestzeit auf der 100-Meter-Strecke bei 11,23 Sekunden. Bei den Paralympischen Spielen 2016 gewinnt er Gold, Silber und Bronze. Erfolge, von denen Behre auch mit Blick auf Tokio 2021 träumt.

Natürlich werde ich dann wieder alles geben. Aber aktuell gibt es wichtigere Themen.

Eines, das den Spitzensportler in Zeiten der Corona-Pandemie besonders bewegt, ist das Blutspenden. Seit Ende 2019 ist er Blutspende-Botschafter für das Deutsche Rote Kreuz in Nordrhein-Westfalen. „Bluttransfusionen haben mein Leben gerettet und mir ermöglicht, neue Hoffnung zu schöpfen. Wer gesund und fit ist, kann Blut spenden – auch in Zeiten von Corona.“ Als aktiver Spitzensportler kommt das für Behre zurzeit zwar noch nicht infrage – „weil es meine Leistungsfähigkeit für viele Wochen zu stark einschränken würde.“

Aber nach Tokio werde er das Thema regelmäßig in Angriff nehmen. Bis dahin hält er sich im heimischen Leverkusen mit Dauerläufen im Wald, ausgedehnten Radtouren, Stabilisationsübungen und Yoga fit. „Die aktuelle Situation ist sicherlich für niemanden einfach. Doch die Solidarität, die ich an vielen Stellen spüre, gibt mir ein gutes Gefühl. Ich bin sicher, dass wir nach dieser Krise alle noch enger zusammenrücken und die Freiheiten, die wir im Leben genießen dürfen, noch mehr zu schätzen wissen.“  

Motivator für 40 Jugendliche beim TalentCamp Ruhr

Diese Botschaft möchte der Paralympics-Star, der von der BP Europa SE seit Jahren als ein Vorbild und Motivation für andere unterstützt wird, gerne auch wieder beim TalentCamp Ruhr setzen. „Gerade als Teenager durchlebt man ja hin und wieder Zeiten, in denen es nicht so rund läuft. Wer an seinen Stärken arbeitet, ist immer auf dem richtigen Weg und kann sich seine Träume erfüllen – das möchte ich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gerne sagen.“ Einen ganz besonderen Traum erfüllt sich der sympathische Spitzensportler bald selbst: Ende September wird er zum ersten Mal Vater.

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